ARGUS Aktuell » Archiv für Februar 2009

Welterbe und bürgerschaftliches Engagement – Bürgerbeteiligung im Spannungsfeld zwischen Welterbe, Bau- und Verkehrsplanung

  • 26. Februar 2009

Podiumsdiskussion

Podiumsdiskussion

Mit der Tagung "Welterbe und bürgerschaftliches Engagement – Bürgerbeteiligung im Spannungsfeld zwischen Welterbe, Bau- und Verkehrsplanung" im Oktober 2008 wollte der Verein ARGUS Potsdam e. V. die hohe Bedeutung der Kulturlandschaft für das öffentliche Bewusstsein, für das Gemeinwesen und die wirtschaftliche Entwicklung darstellen, den Sicherungsmechanismen und rechtlichen Grundlagen nachspüren sowie konkrete Schritte zu deren Verbesserung entwickeln. Im Ergebnis wurden

- Anregungen zu sichernden Verwaltungsverfahren und Fachbeteiligungen unterbreitet
- der Einfluss des vielfältigen bürgerschaftlichen Engagements zum Schutz der Kulturlandschaft deutlich gemacht und
- die Idee eines Netzwerkes zum Schutz der Potsdamer Kulturlandschaft geboren.

Zahlreiche Bürgerinitiativen und –vereine unterstützten die Tagung mit ihrem freiwilligen Engagement.
Bereits seit dem Beginn der 90er Jahre stand ARGUS mehrfach gegen Bauvorhaben auf, die die seit 1990 zum Welterbe gehörende historische Kulturlandschaft empfindlich beeinträchtigen. Dazu gehören z. B. das "Glienicker Horn" gegenüber vom Park Babelsberg (1993) und das "Potsdam-Center" inmitten der die Stadt durchziehenden weiten Flusslandschaft (1997).

Diskussion aus dem Publikum

Diskussion aus dem Publikum

Die Androhung der Aufnahme Potsdams auf die "rote Liste" gefährdeter Welterbestätten und die daran anknüpfende Berichtspflicht führten nach und nach zu einem Umdenken, das nach 1998 Verbesserungen ermöglichte. Zahlreiche potenzielle Bausünden wurden seitdem schon in den Verwaltungsabstimmungen verhindert. Eine entsprechende Leitplanung wurde erlassen. Dennoch werden bis heute immer wieder Bauvorhaben diskutiert, die das Welterbe in Gefahr bringen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang die Aufgabe ganzer Grünräume für eine beliebige Siedlungsstruktur wie in Bornstedt oder Straßenbauprojekte wie die "Netzverknüpfung", die durch den Wildpark und über den Templiner See führen sollte.

Alle Beiträge sind auf einer CD ausführlich dokumentiert, die auf Anfrage gern von ARGUS zugeschickt wird.

Inhaltsverzeichnis:
SASKIA HÜNEKE: Ziele und Ergebnisse
PROF. DR. JOHANNA WANKA: Grußwort
DR. ELKE VON KUICK-FRENZ: Grußwort
GIULIO MARANO: Ziele und Kriterien für eine Aufnahme in das Welterbe - Ursachen und Kriterien für einen Ausschluss
DIRK ONNEN: Ziele, Konflikte, Erfahrungen und Lösungswege aus der Sicht eines Investors
DR. GABRIELE HORN: Denkmalverträgliche Nutzung des Weltkulturerbes und der angrenzenden Bereiche, Nutzungskonflikte und Lösungsmöglichkeiten
RICHARD MÜHLMANN: Präventive Managementstrategien zum Umgang mit dem UNESCO-Welterbe
Altstadt Regensburg mit Stadtamhof
THOMAS LÖSER: Erfahrungen der Dresdener Bürgerschaft aus dem Konflikt um die Waldschlösschenbrücke

Impulsreferate und Diskussionen
PROF. DR. MICHAEL SEILER: Sind aufmerksame, engagierte Bürger lästige Kontrolleure oder willkommene Unterstützer? Wie kann das Engagement von Bürgern für "ihr" Welterbe zur Verhinderung von Fehlentwicklungen und für den Erhalt einbezogen werden?
THOMAS SCHILDHAUER: Zusammenfassung der Arbeitsgruppendiskussion
WOLFGANG CORNELIUS: Leben mit dem Welterbe
GUNNAR ASSMANN: Zusammenfassung der Arbeitsgruppendiskussion
PROF. DR. ULRICH FASTENRATH: Rechtliche und institutionelle Instrumente für einen wirksamen Schutz des Welterbes bei Neubauvorhaben
SASKIA HÜNEKE: Zusammenfassung der Arbeitsgruppendiskussion

Mehr Informationen

Diskussionsabend zum Thema: Verfall und Sanierung der zweiten barocken Stadterweiterung

  • 18. Februar 2009

Am 25. Februar 2009 um 18:30 Uhr findet im Haus der Natur ein Gesprächs- und Diskussionsabend mit Albrecht Gülzow zum Thema "Verfall und Sanierung der zweiten barocken Stadterweiterung" statt. Die DVD mit "Bildern aus drei Jahrzehnten" wird eine anschauliche Grundlage für Diskussion, Erinnerung und viele Geschichten über dieses historische Potsdamer Viertel sein. Eingeladen sind nicht nur ARGUS- Mitglieder sondern auch Freunde, Bewohner des Viertels und alle interessierten Potsdamer, die mehr über seine Rettung und Weiterentwicklung erfahren wollen.

Ort: Reinmar-Gilsenbach-Saal im Haus der Natur, Lindenstraße 34 im Hof des Großen Waisenhauses.

STADTGESTALTUNG: Ein Teil der Kulturlandschaft

  • 6. Februar 2009

Argus gründet AG Natursteinpflaster / Dialog mit der Verwaltung

Märkische Allgemeine Zeitung vom 06.02.2009

Über "wachsendes Anwohnerinteresse" freute sich Saskia Hüneke am Mittwochabend im Großen Waisenhaus "riesig": 13 Potsdamer waren gekommen, um auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz und Stadtgestaltung (Argus) eine Arbeitsgruppe "Natursteinpflaster" zu gründen. Das Thema hat zuletzt wegen der Straßensanierung in Babelsberg neue Brisanz bekommen.

So waren dann auch vor allem Anwohner der Siemens-, Watt- und Jahnstraße gekommen, allerdings auch zwei Rollstuhlfahrer, die schlechtem Pflaster naturgemäß eher skeptisch gegenüberstehen. Außerdem saßen zwei leitende Mitarbeiter der Bauverwaltung am Tisch: Frank Steffens vom Fachbereich Grün- und Verkehrsflächen und Norbert Praetzel vom Bereich Verkehrsanlagen. Zwischen Saskia Hüneke und Norbert Praetzel vollzog sich im Dialog im Wesentlichen dieser Gründungsabend.

Schnell war man sich einig, dass gutes Pflaster etwas Schönes sei. Hüneke nannte die Pflasterstraßen gar einen Teil der Potsdamer Kulturlandschaft. Sie stellte bei den Pflasterfreunden allerdings noch "enormen Fortbildungsbedarf" fest. Die Pflaster-Euphoriker blieben weitgehend unter sich, und eine fotografische Bestandsaufnahme wurde mit den Worten "toll", "wunderschön" und "lebendig" kommentiert, wohingegen Asphaltstraßen als "furchtbar", "zerstört" und "tot" gebrandmarkt wurden. Sogar ein Pflaster-Kataster, in dem sämtliche Potsdamer Pflasterstraßen nebst Belag, Nutzungsintensität, Befahrbarkeitsstufe und Wiederherstellungsempfehlung verzeichnet sind, hatten die Pflasterfreunde schon vorbereitet. Die beiden Verwaltungsmitarbeiter wiesen sich durch einen nüchterneren Zugang zum Thema aus. "Wir sind nicht gegen Pflaster, aber manchmal gegen das gewünschte Pflaster", stellte Praetzel klar, und Steffens ergänzte, wenn man sich für Pflaster entscheide, müsse man auch den fachlichen Rat der Experten akzeptieren. Praetzel wies auch darauf hin, dass es kaum noch gute Pflasterer gebe, weil das traditionelle Handwerk nahezu ausgestorben sei.

"Wir waren nicht in der Lage, Nägel mit Köpfen zu machen", merkte Saskia Hüneke nach rund zwei Stunden zum Abschluss an. Künftig müsse man "systematischer überlegen". Dazu will sich die AG bis zum großen Pflaster-Workshop Ende April alle zwei Wochen treffen. (Von Jan Bosschaart)

Aus Praetzels Sprüchekiste:

Norbert Praetzel, Bereichsleiter für Verkehrsanlagen, fiel erneut durch pointierte Redebeiträge auf:

Zur Behauptung, asphaltierte Straßen wären tot: "Eine Straße soll nicht leben, sie soll nutzbar sein."

Zum Vorwurf, er kenne sich nicht genug aus: "Glauben Sie mir, ich habe mich mit dem Thema Pflaster mehr beschäftigt, als ich je wollte."

Zur Klage, in der Stadt fehle es an einheitlicher Gestaltung: "Bis zur Wende gab es eine Sorte Papierkorb in der Stadt, heute gibt es 39 Arten."

Zum Problem, geeignete Pflasterer zu finden: "Firmen, die noch richtig pflastern können, wären längst pleite."

STADTGESTALTUNG: Ständige Pflaster-AG

  • 2. Februar 2009

Märkische Allgemeine Zeitung vom 02.02.2009

POTSDAM / INNENSTADT - Am 4. Februar wird sich nach ersten spontanen Aktionen auf Initiative von Argus Potsdam eine ständige "Arbeitsgruppe der Pflasterfreunde" gründen. Das teilte Saskia Hüneke, Vereinsmitglied und Grünen-Stadtverordnete, gestern mit. In vielen Straßen Potsdams würden sich Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt des ortstypischen Straßenbildes engagieren, das neben der Architektur der Häuser durch die Bäume, die Straßenbeleuchtung und das Natursteinpflaster geprägt wird, hieß es zur Begründung. Die AG soll einen kontinuierlichen Erfahrungsaustausch im Konflikt der verschiedenen Nutzungsansprüche ermöglichen. Interessenten sind um 19 Uhr ins Haus der Natur, Lindenstraße 34, eingeladen. (MAZ)

Beiträge durchsuchen