Märkische Allgemeine Zeitung vom 31.03.2009
Von Rainer Schüler
Einer rechtlich bindenden Vereinbarung über die Ausweisung so genannter Pufferzonen um Potsdams Welterbestandorte steht die Bürgergruppe Argus sehr positiv gegenüber. Obwohl man die Inhalte des vom Unesco-Welterbekomitee, dem Landeskulturministerium, der Schlösserstiftung und der Stadtverwaltung erarbeitete Papier noch nicht kennt, erklärten Argus-Vorstandsmitglied Saskia Hüneke und Olaf Riecke, Vorstandsmitglied des Wildpark e.V., gestern, die Verwaltungsvereinbarung könne nur gut für Potsdam sein. Die Stadt verpflichte sich damit selbst zur Einhaltung baulicher und gestalterischer Richtlinien, die den Umgebungsschutz des Welterbes sichern. Außerdem würden Investoren und Bauherren Gewissheit bekommen, was sie dürfen und was nicht.
Einschränkungen für die Entwicklung der Stadt befürchtet Argus nicht. Im Gegenteil: Mit Verweis auf die eigene Welterbetagung im Herbst 2008 bekräftigte Hüneke die damals schon gemachte Aussage, wonach das Welterbe in Potsdam selbst bei Händlern nicht als Hindernis gesehen wird, sondern als Chance und Möglichkeit, sich von den Shopping-Centern Berlins und auch Potsdams abzuheben.
Die Verwaltungsvereinbarung "Pufferzone der Welterbestätte Schlösser und Gärten von Potsdam und Berlin" wird von Potsdamer Seite derzeit noch nicht unterschrieben, weil man befürchtet, dass brandenburgisches Baurecht dem im Wege steht.
Fast 5300 Hektar groß soll die Schutzzone im zentralen Stadtgebiet werden; hier hätten die Welterbeschützer - auf Grundlage und im Rahmen der bereits jetzt bestehenden Gesetze und Verordnungen zu Bauen und Denkmalschutz - künftig ein Mitspracherecht in Bau- und Sanierungsdingen. Eine engere Pufferzone umfasst knapp 1000 Hektar im direkten Umfeld der Welterbestätten.