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Oppositionsbewegung in der DDR-Wendezeit

  • 17. Oktober 2009

Märkische Allgemeine Zeitung vom 17.10.2009

Bei Schmalzbrot und schlechtem Wein - Eine Ausstellung von Studenten erinnert an die Potsdamer Oppositionsbewegung in der DDR-Wendezeit

Bilder, Dokumente, Filme, Tonaufnahmen: Die Ausstellung „MACHT BESSER!“ in der Fachhochschule ist ein bewegendes Zeugnis der friedlichen Revolution von 1989 in Potsdam.

Von Steven Hanke

INNENSTADT Als im Herbst 1989 viele Potsdamer gegen Wahlfälschung und den Abriss von Plattenbauten auf die Straße gingen, waren sie noch kleine Kinder. Durch Zeitzeugenberichte, private Fotos und Dokumente, Zeitungsausschnitte, Tonbandaufnahmen und historisches Filmmaterial haben sich zwölf Studenten der Fachhochschule (FH) Potsdam aus den Bereichen Design, Archiv und Kulturarbeit ein eigenes Bild von den Ereignissen der friedlichen Revolution geMACHT.

Seit gestern sind die Impressionen in der Ausstellung „MACHT BESSER! – die Bürgerbewegung ’89 aus dem Blickwinkel junger Menschen“ im Schaufenster der FH an der Friedrich-Ebert-Straße zu sehen. Initiiert wurde sie von der Hochschule und der Arbeitsgemeinschaft für Umweltschutz und Stadtgestaltung (ARGUS), die vor 20 Jahren eine Plattform für die Oppositionellen war.

„Das ist eine wichtige Ausstellung“, lobte die noch amtierende Kulturministerin Johanna Wanka (CDU). Es werde gezeigt, wie wichtig es ist, ein inneres Wertesystem zu besitzen und sich nicht zu verbiegen. „Wenn man das vermitteln kann, war die Ausstellung ein großer Erfolg“, so Wanka. Der Rektor der FH, Johannes Vielhaber, nannte die Dokumentation ein „wunderbare Idee“. Die Professorin Susanne Freund meinte, dass man sich von den Bildern etwas abgucken kann. „Dieser Protest, die nächtelangen Diskussionen fehlen heute“, sagte sie, zum Beispiel, wenn es um die Stadterneuerung geht. Vielhaber kann sich vorstellen, dass die Ausstellung der Auftakt ist zu einer Reihe, die an die Ereignisse bis zur Wende erinnert, und hofft auf privates Material. Um mit den Akteuren von einst ins Gespräch zu kommen, will er die nächtlichen „Küchensitzungen“ der Oppositionellen von damals wieder aufleben lassen. Zum Ausklang von „MACHT BESSER!“ am 6. November ist ein Abendessen zum Gedankenaustausch im Schaufenster geplant. Bei Schmalzbroten, Suppe und „schlechtem Wein“ sollen auch Utopien für die Gegenwart entworfen werden.

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