Pufferzone
Märkische Allgemeine Zeitung vom 27.10.2008
Wer heute auf die Liste will, muss vorher eine Liste abgearbeitet haben. Denn Welterbe wird nur noch, was drumherum eine Pufferzone hat. Außerdem ist ein Managementplan gefordert. Fehlt beides, sind Bewerbungen überflüssig. Für Potsdam, bedeutet das, hätte dieser Tage mit seinen Schlössern und Gärten keine Chance. Die Ansage des deutschen UNESCO-Nationalkomitees ist unmissverständlich. Deshalb muss die Stadt nun nachbessern à la Lübeck etwa, wo begrenzte Bauhöhen in klar definierten Arealen des Stadtgebietes festgelegt sind. Allerdings verhandele die Kommune bereits mit der Schlösserstiftung über solche Vereinbarungen, war am Wochenende während eines Welterbe-Symposiums zu vernehmen.
Das heißt aber auch, dass die UNESCO aus einem Debakel wie dem mit Dresdens Waldschlösschenbrücke gelernt hat: Die Latte liegt jetzt hoch. Künftige Antragsteller sollten also überlegen, ob sie die mit dem Welterbe-Titel verbundenen Pflichten ihren Bürgern überhaupt vermitteln können. Konfliktfrei geht das nämlich selten ab.