Mit der Tagung "Welterbe und bürgerschaftliches Engagement – Bürgerbeteiligung im Spannungsfeld zwischen Welterbe, Bau- und Verkehrsplanung" im Oktober 2008 wollte der Verein ARGUS Potsdam e. V. die hohe Bedeutung der Kulturlandschaft für das öffentliche Bewusstsein, für das Gemeinwesen und die wirtschaftliche Entwicklung darstellen, den Sicherungsmechanismen und rechtlichen Grundlagen nachspüren sowie konkrete Schritte zu deren Verbesserung entwickeln. Im Ergebnis wurden
- Anregungen zu sichernden Verwaltungsverfahren und Fachbeteiligungen unterbreitet
- der Einfluss des vielfältigen bürgerschaftlichen Engagements zum Schutz der Kulturlandschaft deutlich gemacht und
- die Idee eines Netzwerkes zum Schutz der Potsdamer Kulturlandschaft geboren.
Zahlreiche Bürgerinitiativen und –vereine unterstützten die Tagung mit ihrem freiwilligen Engagement.
Bereits seit dem Beginn der 90er Jahre stand ARGUS mehrfach gegen Bauvorhaben auf, die die seit 1990 zum Welterbe gehörende historische Kulturlandschaft empfindlich beeinträchtigen. Dazu gehören z. B. das "Glienicker Horn" gegenüber vom Park Babelsberg (1993) und das "Potsdam-Center" inmitten der die Stadt durchziehenden weiten Flusslandschaft (1997).

Diskussion aus dem Publikum
Die Androhung der Aufnahme Potsdams auf die "rote Liste" gefährdeter Welterbestätten und die daran anknüpfende Berichtspflicht führten nach und nach zu einem Umdenken, das nach 1998 Verbesserungen ermöglichte. Zahlreiche potenzielle Bausünden wurden seitdem schon in den Verwaltungsabstimmungen verhindert. Eine entsprechende Leitplanung wurde erlassen. Dennoch werden bis heute immer wieder Bauvorhaben diskutiert, die das Welterbe in Gefahr bringen. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang die Aufgabe ganzer Grünräume für eine beliebige Siedlungsstruktur wie in Bornstedt oder Straßenbauprojekte wie die "Netzverknüpfung", die durch den Wildpark und über den Templiner See führen sollte.
Alle Beiträge sind auf einer CD ausführlich dokumentiert, die auf Anfrage gern von ARGUS zugeschickt wird.
Inhaltsverzeichnis:
SASKIA HÜNEKE: Ziele und Ergebnisse
PROF. DR. JOHANNA WANKA: Grußwort
DR. ELKE VON KUICK-FRENZ: Grußwort
GIULIO MARANO: Ziele und Kriterien für eine Aufnahme in das Welterbe - Ursachen und Kriterien für einen Ausschluss
DIRK ONNEN: Ziele, Konflikte, Erfahrungen und Lösungswege aus der Sicht eines Investors
DR. GABRIELE HORN: Denkmalverträgliche Nutzung des Weltkulturerbes und der angrenzenden Bereiche, Nutzungskonflikte und Lösungsmöglichkeiten
RICHARD MÜHLMANN: Präventive Managementstrategien zum Umgang mit dem UNESCO-Welterbe
Altstadt Regensburg mit Stadtamhof
THOMAS LÖSER: Erfahrungen der Dresdener Bürgerschaft aus dem Konflikt um die Waldschlösschenbrücke
Impulsreferate und Diskussionen
PROF. DR. MICHAEL SEILER: Sind aufmerksame, engagierte Bürger lästige Kontrolleure oder willkommene Unterstützer? Wie kann das Engagement von Bürgern für "ihr" Welterbe zur Verhinderung von Fehlentwicklungen und für den Erhalt einbezogen werden?
THOMAS SCHILDHAUER: Zusammenfassung der Arbeitsgruppendiskussion
WOLFGANG CORNELIUS: Leben mit dem Welterbe
GUNNAR ASSMANN: Zusammenfassung der Arbeitsgruppendiskussion
PROF. DR. ULRICH FASTENRATH: Rechtliche und institutionelle Instrumente für einen wirksamen Schutz des Welterbes bei Neubauvorhaben
SASKIA HÜNEKE: Zusammenfassung der Arbeitsgruppendiskussion